Die Geschichte des Sauber Teams


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Peter Sauber






   

Als Peter Sauber das erste Mal Rennsport betrieb war er Fahrer und nicht Teambesitzer. Er begann 1967 bei lokalen Rennen in der Schweiz, dem Land, in dem er geboren wurde, anzutreten. Nach einer Weile versuchte er, seinen eigenen Rennwagen auf VW Käfer Basis aufzubauen. Und der Erfolg stellte sich ein als er die Meisterschaft des Formel-Rennclubs im Jahre 1969 gewann.

Der nächste Schritt folgte, als Peter Sauber seinen eigenen Sportwagen aus einem alten Brabham konstruierte, von dem er den Motor, das Getriebe und die Aufhängung verwendete. Dieser Wagen stand am Anfang einer Namensgebung, die er bis heute fortführte. Er nannte den Namen C1, nach dem Anfangsbuchstaben des Vornamens seiner Frau Christine. Allerdings war es die Konstruktion und nicht der Name, die ihn die Schweizer Meisterschaft im Jahr 1970 gewinnen ließen.

Die nächsten Schritte seiner Rennwagenkonstruktionen waren die Autos C2 bis C5. Mit einem C5 gewann Herbert Müller ein Rennen in der Interserie. Das war im Jahr 1976.

Im Jahre 1980 gewannen Hans Joachim 'Strietzel' Stuck (D) und Nelson Piquet (BR) das 1000-Kilometer-Rennen auf der berühmt-berüchtigten Nürburgring-Nordschleife mit einem BMW M1, der von Peter Sauber hergerichtet und zur Verfügung gestellt wurde.

Im Jahr 1982 begann Peter Sauber damit, einen Wagen zu bauen, der nach den Richtlinien der Sportprototypen Gruppe C konstruiert wurde. Der Wagen hatte ein spektakuläres Design und wurde durch einen Ford Motor angetrieben. Er bekam den Namen C6.

Im nächsten Jahr zeichnete Peter Sauber den C7 Sportprototyp, der nun einen BMW Motor hatte.

Schließlich war es das Jahr 1984, in dem eine neue Ära mit Sauber Rennwagen anfing. Peter Sauber setzte in seinem C8 einen Mercedes-Benz V8 mit 5 Litern Hubraum und zwei Turboladern ein. Dieser Motor war von der Serienversion aus der S-Klasse-Limousine abgeleitet. In den folgenden Jahren wurde das Design seiner Wagen ständig verbessert. Außerdem bekam er Unterstützung durch einen berühmten Partner: Mercedes-Benz.

In den Jahren 1989 und 1990 gewannen Peter Sauber's Wagen der C9 und der C11 "Silberpfeil" die Sportwagen-Weltmeisterschaft. Zu dieser Zeit waren die Fahrer Jochen Mass (D), Jean-Louis Schlesser (F) und Mauro Baldi (I). Peter Sauber und Mercedes-Benz entschlossen sich, ein Junior-Team mit den besten jungen deutschsprachigen Fahrern zu formen, die sie zu dieser Zeit finden konnten: Heinz-Harald Frentzen (D), Michael Schumacher (D) und Karl Wendlinger (A). Diese drei wurden unterstützt um letztendlich ihren Weg in die Formel 1 zu machen, den sie tatsächlich früher oder später auch einschlugen. Ihre "Fahrlehrer" waren so erfahrene Rennfahrer wie Jochen Mass. Die Junioren schlugen sich tapfer und waren bald so schnell wie ihre älteren Teamkollegen.

Im Jahre 1991 war die Sportwagen-Weltmeisterschaft, welche mehr und mehr zum Publikumsmagneten wurde (ich selber habe die Sportwagen im Fernsehen lieber angeschaut als die Formel 1) ein Dorn im Hintern eines häßlichen, kleinen Außerirdischen mit dem Decknamen "Bernie Ecclestone". Er entschloß sich, dieser Konkurrenzserie zu seiner eigenen Formel 1 Weltmeisterschaft den Hals umzudrehen. Das Sportwagen-Championat hörte auf, zu existieren. In diesem und dem folgenden Jahr entschied sich Peter Sauber, einen anderen Weg zu gehen. Im Frühjahr 1992 gab er seine Teilnahme an der Formel 1 Weltmeisterschaft bekannt, obwohl sein langjähriger Partner Mercedes-Benz entschied, ihm nicht zu folgen. Aber es war eine rennsporterprobte Mannschaft vorhanden, die bereit war, neue Herausforderungen anzunehmen, und so wurde der C12 geboren, ein reinrassiger Formel 1 Monoposto.

Nach ausgiebigen Tests und Entwicklungen mit seinem neuen Motoren-Lieferanten Ilmor im Jahr 1992 hatte der C12 sein Debüt beim ersten Grand Prix des Jahres 1993 in Kyalami/Südafrika mit Karl Wendlinger, dem alten/neuen Fahrer und Teamkollege JJ Lehto (SF). Karl Wendlinger war 1992 eine Saison im March Team gefahren und hatte sich in dem veralteten Wagen gut geschlagen. So war er für Peter Sauber erste Wahl. Beim Rennen in Kyalami am 14. März holte JJ Lehto mit einem 5. Platz die ersten 2 Punkte für das Team. Eine gewisse Rivalität zwischen Karl Wendlinger und JJ Lehto führte im selben Jahr beim Monaco Grand Prix zu einem Zusammenstoß in der Loews-Kurve zwischen beiden. An diesem Tag war Peter Sauber nicht besonders glücklich ( heute sieht er es vielleicht mit Humor). Im August des Jahres fragte er Heinz-Harald Frentzen, ob dieser ein paar Tests im C12 machen wollte und das war der Beginn der Formel 1 Karriere des dritten ehemaligen "Sauber Junior Fahrers" (Michael Schumacher absolvierte sein Grand Prix Debüt bereits im Jahr 1991). Das Team belegte am Ende des Jahres 1993 mit 12 Punkten den 7. Platz in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft.

Im Jahre 1994 übernahm Heinz-Harald Frentzen den Sitz von JJ Lehto, der zu Benetton ging, und zeigte gleich vom Beginn weg hervorragende Leistungen. Im selben Jahr wurden die Ilmor-Motoren in Mercedes-Benz umbenannt, da das Unternehmen sein Formel 1 Comeback nach ungefähr 30 Jahren mit der Übernahme von 25 Prozent der Firma Ilmor durch die Hintertür machte. Nach den zwei tödlichen Unfällen von Roland Ratzenberger und Ayrton Senna beim Imola Grand Prix schockte ein dritter, beinahe tödlicher Unfall das Team: Karl Wendlinger schleuderte in die Mauer der Hafen-Schikane während des freien Trainings zum Monaco Grand Prix. Er hatte schwere Verletzungen und erlangte seine Gesundheit nur langsam, nachdem er aus dem Koma erwacht war. Das Team war sehr niedergeschlagen, aber nach ein paar Grand Prix fand man die alte Form wieder und Heinz-Harald Frentzen schaffte es, sich bei den letzten Rennen unter den ersten sechs zu qualifizieren. In Estoril lag er auf dem dritten Platz im Rennen und war auf alten Reifen schneller unterwegs als Jean Alesi auf relativ neuen, als ihn ein Getriebedefekt stoppte. In Suzuka qualifizierte er sich als dritter noch vor Nigel Mansell im Williams-Renault. Peter Sauber's Team erreichte 12 Punkte während dieser schwierigen Saison und landete auf dem 8. Platz. Sicherlich wäre mehr drin gewesen wenn nicht Karl Wendlinger seinen Unfall gehabt hätte. Nach einigen Unstimmigkeiten verließ Mercedes-Benz das Team und Peter Sauber mußte nach einem neuen Motorenlieferanten suchen. Im Herbst fand er Ford / Cosworth, die von Benetton in die Wüste geschickt worden waren.

Aber es war zu spät: der neue C14 war für einen V10 Motor entwickelt worden und der Ford V8 passte nicht richtig ins Chassis. Während der ersten Rennen der Saison 1995 war der Wagen zu langsam, da eine Disbalance bestand, der Motor und das Getriebe zu schwer waren und auf die Renault und Ferrari Motoren mehr als 70 PS fehlten. Seinen Verbrauchs- und Drehmomentvorteil gegenüber den V10 hatte der V8 verspielt. Aber in einer gewaltigen Anstrengung baute das Team den Wagen Stück für Stück um. Er bekam eine hohe Fahrzeugnase verpaßt, die dazu passende Aerodynamik dahinter, einen neuen Unterboden und andere Seitenkästen. Am Anfang des Jahres war der Unterschied zu den Spitzenteams Benetton und Williams noch ungefähr 4,5 Sekunden gewesen, am Ende war er auf 1,5 Sekunden geschrumpft. Das Sauber Team hatte also ungefähr 4 Sekunden pro Runde gutgemacht, da die Spitzenteams in der Zwischenzeit auch noch eine Sekunde gefunden hatten. Am Ende belegte das Team den 7. Platz in der Konstrukteursmeisterschaft.

In der Saison 1996 sah zunächst alles besser aus. Mit Johnny Herbert (GB) übernahm ein zweifacher Grand Prix Sieger das Cockpit von Karl Wendlinger, der nach seinem schweren Unfall von Peter Sauber 1995 immer wieder Gelegenheit zu Testfahrten und Renneinsätzen bekommen hatte, aber leider nie mehr an seine alte Form anknüpfen konnte. Dem Konstrukteur Leo Ress war mit dem Chassis des C16 ein großer Wurf gelungen. Und auch Ford hatte einen neuen V10 Motor gebaut. Heinz-Harald Frentzen schätzte von Anfang an das Chassis gleich um 1,5 Sekunden schneller ein, als das Chassis des Vorjahres. Allerdings war ein lästiges Untersteuern da, das im Laufe der Saison ausgemerzt werden konnte. Der Schwachpunkt war aber eben dieser neue Ford Zetec-R V10 Motor: schwach, unzuverlässig, und wenig drehfreudig. Trotzdem konnte man während des Brasilien GP das erste Duell zwischen Frentzen im Sauber und Schumacher im Ferrari sehen, da sich ein schwacher Motor im Regen nicht so schlimm auswirkt. Nach ihren Boxenstops fuhr Frentzen Schumacher sogar davon. Der Regen verringerte die Diskrepanz in der Motorleistung, trotzdem konnte man sehen, daß Schumacher besser aus den Kurven herausbeschleunigen konnte. Es gab also einen Mangel an Drehmoment und wenn sich Ford/Cosworth nicht mehr anstrengt als bisher, dann wird Jackie Stewart an dem Motor auch keine Freude haben (meine Meinung). Es wurden Gerüchte laut, wonach die Nockenwellen des Motors von Ketten angetrieben werden. Diese Technik stammt noch aus der Steinzeit (oder dem Serienwagenbau), weil so eine Menge Vibrationen entstehen müssen. Der Stand der Technik war zu diesem Zeitpunkt die Verwendung von zahnradgetriebenen Nockenwellen. Gegen Ende der Saison brachte Ford/Cosworth immer neue Versionen des Motors zu jedem Rennen, aber für das Gesamtergebnis war es zu spät. Das Sauber Team beendete die Saison mit 11 Punkten und dem 7. Platz im Konstrukteurs-Pokal. Wieder war es keine glückliche Saison für das Team, da es einen Haufen Ausfälle wegen Motorschäden oder Motorelektronik-Defekten gab. Außerdem grub Jackie Stewart mit seinem neuzugründenden Formel 1 Team und seinen hervorragenden Beziehungen als langjähriger Repräsentant des Ford-Konzerns Peter Sauber das Wasser ab und wurde in der Saison 1997 exklusiv mit den V10 Motoren beliefert. Bei allem Ärger über den Motor ist doch ein schwacher Motor besser als gar keiner, denn das Sauber Team stand wieder einmal ohne Motorenpartner da. Beinahe hätte Peter Sauber in der Saison 1997 mit einem Ford V8 Kundenmotor antreten müssen, als doch noch eine viel bessere Lösung gefunden wurde: zusammen mit Hauptsponsor Petronas, dem staatlichen malaysischen Erdölkonzern wurde ein Geschäft mit Ferrari ausgehandelt, das Peter Sauber 40 Ferrari V10 Motoren auf dem Entwicklungstand von Suzuka 1996 sicherte. Es wurde eine Motorenabteilung gegründet, die den bekannten japanischen Motoreningenieur Osamu Goto unter Vertrag nahm. Dieser zeichnete schon für die Ferrari V12 und V10 der letzten Jahre verantwortlich. Leider verließ Heinz-Harald Frentzen Ende 1996 das Team, da er von Frank Williams einen Vertrag für 1997 bekommen hatte. Als Ersatz und als Teil der Motoren-Transaktion stieß Nicola Larini (I) - ein erfahrener Rennfahrer und langjähriger Formel 1 Testfahrer für Ferrari - zum Sauber Team. Larini hatte seinen letzten Formel 1 Einsatz 1994 in Imola und Monaco als Ersatz für den verletzten Jean Alesi gehabt. Er beendete damals das Rennen in Imola auf dem 2. Platz.

Der Start der 97'er Saison in Melbourne war irgendwie ein wenig merkwürdig. Eddie Irvine räumte Villeneuve und Johnny Herbert mit seinem Ferrari von der Strecke. Herbert war von der siebten Startposition aus ins Rennen gegangen und mußte aufgeben. Nicola Larini holte mit Rang 6 den ersten Punkt der Saison für das Team. Während der ganzen Saison qualifizierte sich Johnny Herbert meistens zwischen Startposition 14 und 10. Er holte die übrigen 15 Punkte der insgesamt 16, die das Team 1997 errang. Der Wagen und der Motor waren sehr zuverlässig. Es gab nur einen einzelnen Motorschaden in all den Rennen. Nur die Benetton-Fahrer fuhren mehr Rennkilometer während der Saison als die Sauber-Fahrer. Aber irgendwie stagnierte die Weiterentwicklung des Wagens. Eine andere Sache war der zweite Fahrer. Nicola Larini war sehr schnell aber er fuhr nicht sehr konstant. Nach fünf Rennen wurde er gegen den Ferrari-Testfahrer Gianni Morbidelli ausgetauscht. Morbidelli war auch ein schneller Fahrer aber er benötigte Zeit, um sich an den Sauber C16 zu gewöhnen. Zeit, die das Team nicht hatte. Unglücklicherweise brach er sich seinen linken Unterarm bei Testfahrten in Magny Cours und so mußte er durch Norberto Fontana den argentinischen Testfahrer des Sauber Teams ersetzt werden. Auch Norberto Fontana benötigte Zeit, um sich an den Wagen zu gewöhnen, und er war unerfahren in Bezug auf Formel Eins Rennen. Keiner dieser drei Fahrer konnte Johnny Herbert und as Team richtig unterstützen, sodaß das Team während der Saison 1997 ein Ein-Fahrer-Team war. Das Team beendete die Saison auf dem siebten Platz in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Für die Saison 1998 nahm Peter Sauber dann einen erfahrenen Fahrer zur Unterstützung von Johnny Herbert unter Vertrag. Jean Alesi sollte sein Können im Schweizer Team unter Beweis stellen. Ein noch nie dagewesenes Ereignis geschah im Herbst des Jahres: der Fahrer eines anderen Rennstalls testete den Sauber C16. Es handelte sich um Michael Schumacher, der Peter Sauber diesen Wunsch erfüllte. Seine Aussagen über den Wagen deckten sich im Wesentlichen mit denen von Johnny Herbert und er war positiv überrascht.




Hinweis: Falls im obigen Text Fehler bzw. falsche Darstellungen sind, dann korrigieren sie mich bitte, ich habe die Fakten alle aus dem Gedächtnis heraus geschrieben. Aber das Gedächtnis kann manchmal täuschen ;-)